Sonntag, 30. Juni 2024

41. Tag: 39 km nach Lübeck (gesamt 3.325)

 Das war heute einer der wenigen Regentage auf meiner Tour. Auch wenn es mir zeitweise zu kalt zum Zelten war, hatte ich auf meiner Tour insgesamt großes Glück mit dem Wetter, es war wesentlich besser als in Deutschland.

Ich war schon Mittags in Lübeck und habe mir die Stadt mit einem geliehenen Regenschirm angeschaut.


 In der Musik- und Kunstschule gab es noch ein Konzert der Cinquechelli.

40. Tag: 94 km nach Neustadt in Holstein (gesamt 3.286)

 Nach wenigen Kilometern in Dänemark gab es die nächste Fahrt mit der Fähre von Rødbyhavn nach Puttgarden auf Fehmarn. Wieder einmal war ich der einzige Radfahrer.


Fehmarn hätte ich dann sehr bald wieder verlassen, wenn die Fehmarnsundbrücke nicht wegen Sanierungsarbeiten für Radfahrer gesperrt gewesen wäre. 


Es gab einen Shuttlebus für Radfahrer, den ich gerade verpasst hatte. So durfte ich 1,5 Stunden im schönen Ort Avendorf (152 Einwohner) verbringen. Nahe der Bushaltestelle gab es mit Beer & BBQ ein Fest, bei dem fünf lokale Brauereien ihre Biere ausschenkten und hervorragend gegrillt wurde. Ein guter Zeitvertreib.

Ich bin dann noch bis Neustadt in Holstein geradelt und habe auf dem Campingplatz beim verlängerten Public Viewing das Spiel gegen Dänemark gesehen und nachbereitet.

Besonders für diesen Tag war außerdem, dass es der Namenstag von Peter und Paul ist.

Und die Kollegen von der Tour de France sind heute in Florenz gestartet. Sie werden bis 21. Juli 3.498 km gefahren sein. Diese Strecke werde ich vor den Jungs geschafft haben, auch wenn meine Tour in wenigen Tagen zu Ende geht. Ich nehme mir noch Zeit für zwei weitere Städtetrips nach Lübeck und Hamburg. Von dort werde ich von Hannah, die gerade in Norwegen unterwegs ist, mit dem Auto mitgenommen.

Was habt ihr denn für Wetter in Deutschland? Da werden ja Fußballspiele unterbrochen und Radfahrer brauchen Regenpausen.

Freitag, 28. Juni 2024

39. Tag: 135 km nach Maribo (gesamt 3.192)

 Gestern Abend kam noch ein Biker aus Frankreich auf den Campingplatz, der von Kopenhagen nach Berlin unterwegs ist. Wir haben lange gefachsimpelt. Da er mit dem doppelten Gewicht an Gepäck unterwegs ist (28 kg) wollte er im Detail wissen, was ich nicht oder anders dabei habe.

Heute war Inselspringen angesagt, ich war auf Møn, Bogø, Falster und Lolland. Es ging über Brücken und einen Damm,

einmal war ich zu Fuß unterwegs

und es gab eine Fahrt auf der Holzfähre Ida. Die gute ist vier Jahre älter als ich (Baujahr 1959).


Die Nacht verbringe ich in Maribo direkt am gleichnamigen See.



38. Tag: 137 km nach Præstø (gesamt 3.057)

 Meine Abfahrt heute Morgen hatte sich stark verzögert, weil ich noch einen Biker aus Dresden getroffen habe. Also gab es zunächst einen längeren Austausch über die Stadt im Allgemeinen und ihre Fahrradfreundlichkeit im Besonderen.

Bei der Fahrt aus Kopenhagen gab es noch mehrere solche Stadtoasen am Wasser.

Schnell war die Richtung wieder klar.

Böse dänische Zungen behaupten, das bliebe von der deutschen Mannschaft nach dem Spiel am Samstag gegen Dänemark übrig. Sie schwelgen in ihrem Sieg bei der EM 1992.

Auf der Strecke gab es mehrere Schlösser, bei einem wurde gerade eine Hochzeit gefeiert.


Und am Museum zum Kalten Krieg (Flugabwehr für Kopenhagen) bin ich vorbeigekommen. Heute ja beinahe ein Relikt aus besseren Zeiten.

Aber last not least gab es heute die 3.000 km zu feiern. Wieder mal sah es nach einer einsamen Feier aus und ich habe mir dieses Motiv gebastelt.

Kaum aufs Rad gestiegen kam mir aber die beste denkbare Feiergesellschaft entgegen.

Eine Familie aus Frankreich - der Mann macht gerade ein Foto - die so mit Zelt die Route von Berlin nach Kopenhagen fährt. Beeindruckend schön.


Mittwoch, 26. Juni 2024

37. Tag: 44 km in Kopenhagen (gesamt 2.920)

 So sieht der Blick von meinem Zeltplatz aufs Meer heute aus.

Letzte Nacht hat ein Fuchs meinen Rucksack geklaut, aufgerissen und meine ganzen Cracker und Käsewürfel gefressen. Den Rucksack hat er einige Meter entfernt liegen lassen und er lässt sich noch provisorisch schließen.


Meine Nachbarin auf dem Zeltplatz ist übrigens aus Ludwigshafen und kennt die Ellerstadter Bluesfamilie.

Hier einige Eindrücke von meinem Tag in Kopenhagen:

Das 45 Meter hohe Treppenhaus im Axelborg.


Der Festsaal im Rathaus.


Modell Kopenhagens im Stadtmuseum.


Jazz in der Sct. Lukas Kirke. Es gibt in Kopenhagen auch ein berühmtes Jazzfestival, das leider erst am 5. Juli beginnt.


Das Royal Danish Theatre und Papagena und Papageno.



Drei mal chillen in der Stadt.




Das war mal ein richtig anstrengender Tag. Ich bin froh, morgen wieder Rad zu fahren.


Dienstag, 25. Juni 2024

36. Tag: 74 km nach Kopenhagen (gesamt 2.866)

 Schon um 9 Uhr 30 nahm ich die Fähre von Helsingborg nach Helsingør.

Die Strecke von Helsingør nach Kopenhagen heißt Strandvejen. Der Name ist Programm - ein Traum.




In der Fahrradhauptstadt Europas brauche ich erstens keine zentral gelegene Unterkunft mehr. Ich möchte Kopenhagen auch per Rad erleben. Zweitens wird es nun keine Nächte mit einstelligen Temperaturen mehr geben. Und drittens gibt es in Kopenhagen den Charlottenlund Fort Camping, ein Campingplatz in einer denkmalgeschützten Festungsanlage direkt am Meer und gerade mal sieben Kilometer vom Zentrum Kopenhagens entfernt. Mehr als genügend Gründe, jetzt wieder zu zelten.



Heute Nachmittag bin ich dann ins Zentrum geradelt. Es ist wirklich ein Traum für Radfahrer. Oft gibt es für beide Fahrtrichtungen jeweils einen Radweg, der so breit ist, dass man immer überholen kann.




Heute ist der erste Abend mit EM-Atmosphäre. Als ich in Polen war, hatte die EM noch nicht begonnen. Alle anderen Länder sind nicht beteiligt. Jetzt sitze ich im dänischen Fanblock und wir gewinnen gegen Serbien.

Zum Gewinnspiel: Stefan hat gewonnen. Ich hatte noch keinen Platten, also benötigte ich mein Reparaturset nicht.

Montag, 24. Juni 2024

35. Tag: 95 km nach Helsingborg (gesamt 2.792)

 Am Vormittag habe ich mir noch den einen oder anderen Ort in Malmö angesehen, unter anderem den „Turning Torso“, mit 190 Metern das vierthöchste Wohngebäude Europas mit einer sehr auffälligen Architektur.

Die Strecke nach Helsingborg war schön abwechslungsreich, sogar mit ein paar wenigen Höhenmetern, vorbei an mehreren Golfplätzen und mit dem strandnahesten Abschnitt der bisherigen Tour.

Helsingborg selbst hatte wenig spektakuläres zu bieten. Von hier geht es morgen mit der Fähre nach Helsingør in Dänemark und dann mit wenigen Radkilometern weiter nach Kopenhagen. Ich freue mich sehr darauf.

Zeit für ein weiteres Gewinnspiel: Ich habe auf dieser Tour grob geschätzt 70 Dinge dabei, also 1 Fahrrad, 1 Zelt, 3 Paar Socken, 1 lange Hose, 1 Wäscheleine, usw.. Es gibt darunter genau ein Ding, das ich noch nicht benutzt habe. Welches ist das? Der erste richtige Eintrag im Blog gewinnt wie gehabt eine Flasche Hammel-Sekt.

Sonntag, 23. Juni 2024

34. Tag: 42 km nach Malmö (gesamt 2.697)

 Nach der Ankunft der Fähre in Trelleborg gab es einen eigenen Bus, der alle Radfahrer zur Hafenausfahrt chauffierte - Exklusiv!


Bei der kurzen Fahrt von Trelleborg nach Malmö kam ich mit Hököpingen, Hölleringen, Naffentorp, Rängssand, Skumpark, Tygelsjö und Vellinge gefühlt durch mehr Ortschaften als in der Woche, in der ich einsam von Karlshamn nach Stockholm gefahren bin.

Heute Abend hatte ich noch Zeit für einen Spaziergang durch die Malmöer Altstadt und den Kungsparken.



Danach gab es noch einen Kaffee bei Sana und Soheib, einem jungen Paar aus Pakistan, bei denen ich für diese Nacht ein schönes Zimmer nahe der Altstadt habe. Sana bietet es für zwei Monate über Airbnb an, bevor wieder eine dauerhafte Mitbewohnerin einzieht.

33. Tag: 96 km nach Klaipėda (gesamt 2.655)

 Heute habe ich mit Litauen das fünfte (und letzte) Land kennengelernt, in dem ich vorher noch nicht war. Es war seit der polnisch-deutschen Grenze erst der zweite erkennbare Grenzübergang, weil ich fast alle anderen Landesgrenzen per Fähre überschritten habe.

Mein Aufenthalt in Litauen war allerdings sehr überschaubar. Von der Grenze bis zur Hafenstadt Klaipėda waren es etwa 50 km. Immerhin habe ich damit aber die Hälfte der litauischen Ostseeküste befahren.

Die elf Tage in den baltischen Ländern waren sehr interessant. Besonders haben mir Tallinn und Riga gefallen und dass ich auch den einen oder anderen Kontakt mehr hatte, als in den vorherigen Tagen. Beim Rad fahren sind die ewig langen geraden Strecken manchmal etwas eintönig.

Ich bin der einzige Radfahrer auf der Fähre, die ohnehin recht leer ist, und durfte lange vor allen anderen auf das Schiff. Morgen um 13 Uhr werde ich wieder in Schweden sein.

Freitag, 21. Juni 2024

32. Tag: 151 km nach Jūrmalciems (gesamt 2.559)

 Von Überraschungen mal abgesehen, weiß ich meist schon nach wenigen Kilometern, ob es eher ein schöner oder ein mäßiger Radtag wird. Heute hat alles gepasst. Sonniges Wetter, leicht bewölkt, leichter Seitenwind und ich saß bequem. Das ist ein schönes Gefühl, vor allem, wenn ich ein paar mehr Kilometer vor mir habe. Ich muss mich dann nur am Anfang einbremsen, denn es geht ja nicht darum, 50 km möglichst schnell zu fahren, sondern 150 km mit Spaß zu fahren. Mein Navi sagt mir, dass das heute gut gelungen ist; es zeigt mir die durchschnittlichen Stundenkilometer in 5 km-Intervallen und die lagen für die heutigen 30 Intervalle relativ konstant zwischen 23,5 und 27,5 Stundenkilometern. Ich hätte auch Nähmaschine werden können.

Aber der Reihe nach. Die Strecke verlief ähnlich wie gestern auf kerzengeraden Straßen soweit das Auge reicht. Der gravierende Unterschied zu gestern fällt euch aber bestimmt gleich auf?

Richtig, gestern war es Nadelwald, heute Laubwald. Ein völlig neues Fahrgefühl.

Nach etwa der Hälfte der Strecke habe ich in Pāvilosta eine Einkaufs- und Essenpause gemacht.

Man trifft sich ja immer zweimal im Leben, so auch der Polizist und ich heute in Pāvilosta.

Dann kam ich an der Brauerei Ventspils vorbei.

Entgegen meiner Natur war ich dort der einzige, der nichts gekauft hat, noch nicht einmal einen schicken Bierbecher.

Den nächsten lustigen Stopp hatte ich mit einem Letten und einem Litauer, die gemeinsam auf dem Weg nach Riga waren, an einer Bushaltestelle. Der Litauer trainiert für einen geplanten Trip nach Santiago de Compostela im September. Er meinte, ich solle meine Fahrradbrille nicht vergessen, die noch auf der Bank lag, als ich wieder losfahren wollte.

Liepāja, mit knapp 68.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Lettlands, habe ich mir nur kurz angeschaut. Liepāja ist Kulturhauptstadt Europas 2027. Hier das markante Konzertgebäude.

Für die Nacht bin ich schließlich im Katrina Summer House gelandet, einem sehr schönen, allein liegenden, 97 Jahre alten Haus, bei einer sehr netten Familie, die gerade die Schwester der Frau zu Besuch hat, die in Stuttgart lebt. So.


Donnerstag, 20. Juni 2024

31. Tag: 103 km nach Ventspils (gesamt 2.408)

 Das Wetter war wieder schön und das Radeln machte wieder Spaß. Die zweite Hälfte der heutigen Strecke bin ich mit einem E-Biker und Polizisten aus Eutin gefahren. Er ist von dort - mit Umfahrung von Kaliningrad - bis Riga gefahren und jetzt wie ich auf dem Weg zur Fähre nach Klaipėda. Es war gut, hier jemanden zum Unterhalten zu haben, denn auf den 50 Kilometern gab es nichts. Die einzige Abwechslung war, dass die Straße manchmal einen leichten Knick machte und dann ging es wieder soweit man sehen konnte auf kerzengrader Strecke weiter. 

Zielort war Ventspils, eine Hafenstadt mit ca. 33.000 Einwohnern und damit schon die sechstgrößte Stadt Lettlands. Ich hatte viel Zeit für einen Stadtbummel. Eins der schönen Häuser mit Holzfassade ist zugleich meine Unterkunft für die nächste Nacht.

Und ein gleichnamiges Bier durfte natürlich auch nicht fehlen.

Die Feier der Sonnenwende (Jāni) ist vielleicht das wichtigste Fest der Letten. Der 23. und 24. Juni sind Feiertage. Astronomisch gesehen ist die Sonnenwende aber schon heute und deshalb wurde die kürzeste Nacht des Jahres u. a. mit diesem Strandkonzert gefeiert.



Abschluss II: 170 km nach Wissembourg

 Weil es noch irgendwie mit der Tour zusammenhängt noch ein letzter Post. Da ich von der Tour recht gut trainiert bin, hatte ich mich für he...